8 Notfall-Tricks für Topfpflanzen

Zimmerpflanzen sind nicht bloß hübsche Staubfänger. Frisches Grün in der Wohnung steigert nachweislich das Wohlbefinden! Pflanzen sorgen für psychische Ausgeglichenheit und unterstützen die Konzentrationsfähigkeit; darüber hinaus versorgt ihr Blattwerk den Raum mit Sauerstoff und filtert Schadstoffe aus der Luft.

Viele Gründe also, sich Topfbewohner zuzulegen. Allerdings brauchen Zimmerpflanzen besondere Pflege. Daher ist es gut, ihre „Sprache“ zu kennen, um im Notfall die richtigen Maßnahmen zu ergreifen.

1.) Kümmerling

Pflanzen brauchen Sonne, Wasser und etwas zu Essen. Letzteres bekommen sie in der Regel aus der Erde. Nach einer Weile sind jedoch selbst beim größten Topf die letzten Nährstoffe aufgebraucht. Wenn dein Zimmergewächs also schlaff dasteht und lediglich kleine Blätter ausbildet, muss es nicht unbedingt krank sein, sondern braucht wahrscheinlich Dünger. Mit Eierschalen, Kaffeesatz und Bananenschalen kannst du dir einen prima Allzweckdünger mixen. Auch alte Teebeutel, kleinere Bierreste oder abgekühltes Kartoffelwasser eignen sich als Powermahlzeit für dein Grün.

Dabei ist es wichtig, nie zu viel zu düngen und, wenn möglich, die milden Zwischenjahreszeiten Frühling und Herbst abzuwarten. Nicht düngen, wenn die Sonne ständig auf die Blätter prallt, sonst „verbrennt“ die Pflanze; wenn die Blüten nach dem Nährstoff-Boost erstmal abfallen, ist das allerdings ganz normal.

2.) Braune Ränder

Werden die Blätter von der Spitze her braun und sehen vertrocknet aus, obwohl du regelmäßig gießt? Dann könnte ein Grund dafür sein, dass du zu viel gedüngt hast. Bei manchen Gewächsen hilft hier kräftiges Nachgießen. Pflanzen, die Nässe scheuen, brauchen hingegen neue Erde. Klopfe die lockere Erde um die Wurzelenden herum ab und pflanze den Patienten neu ein.

Ein weiterer Grund für braune Ränder könnten auch zu viel Sonne und/oder Wärme sein. Nicht jede Blume mag das. Steht deine Zimmerpflanze an einem Südfenster oder über der Heizung, probiere einen Standortwechsel.

3.) Blätterregen

Verliert dein grüner Freund vom Stamm her Blätter, bekommt er wahrscheinlich zu wenig Licht. Entweder du bereitest ihm einen Platz an der Sonne oder hilfst mit einem speziellen Pflanzenlicht nach.

Verliert deine Topfpflanze die Blätter sehr plötzlich, wo du sie doch eben erst gekauft hast? Meist sind hierfür Temperaturschwankungen die Ursache. Aber keine Sorge: Deine Neuerwerbung wird sich mit der Zeit erholen. Beim nächsten Mal packst du Pflanzen noch im Laden einfach mit etwas Papier ein, damit sie beim Raustragen nicht frieren. Empfindliche Kandidaten wie der Ficus benjamina reagieren auf Zugluft mit Blattverlust. Hier hilft ein Standortwechsel.

4.) Gelbsucht

Verfärben sich die Blätter gelblich und fühlen sich weich an, ist das ein Zeichen für zu viel Wasser. Auch braune Stängel deuten auf Staunässe hin. Die Lösung: Überschüssiges Wasser abgießen, die Pflanze vorsichtig aus dem Topf nehmen und einige Zeit abtropfen lassen. Gelbe Blätter solltest du entfernen, damit die Pflanze schnell wieder zu Kräften kommt. Falls nicht vorhanden, bohre ein Loch in den Topf, damit das Wasser abfließen kann. Hochwertige Erde und etwas Blähton am Topfboden unterstützen die Wasseraufnahmefähigkeit.

Orchideen werden nicht gegossen, sondern gewässert. In einen Topf voll Wasser stellen, einige Minuten ziehen lassen und dann alles Wasser abgießen.

5.) Weiße Erde

Bilden sich auf der Blumenerde weißliche Ablagerungen, gilt es, genauer hinzusehen. Weisen sie eine krümelige Struktur auf, handelt es sich um harmlose Salz- und Kalkrückstände vom Gießen und Düngen. Diese kann man ignorieren oder oberflächlich abtragen.

Ist die Struktur hingegen pelzig, handelt es sich um Schimmel, der dringend beseitigt werden muss. Das gesamte Wurzelwerk vorsichtig abklopfen und neu einpflanzen. Um Schimmel zu vermeiden, sollte man zwischen jedem Gießen die Erde trocken werden lassen und Staunässe vermeiden. Auch gelegentliches Auflockern der Oberfläche sorgt für Belüftung und bewahrt so vor Schimmelbildung.

6.) Trauermücken

Ohne an etwas Böses zu denken, setzt man die Gießkanne an, da schwirrt auf einmal eine Armada winziger Mücken empor. Die Larven dieser Trauermücken schädigen die Wurzeln und gefährden Keimlinge. Klebefallen, sogenannte Gelbsticker, sind ein bewährtes Mittel gegen die fliegenden Schädlinge. Bei größeren Töpfen oder extremem Befall empfiehlt sich der Einsatz von Nematoden, mikroskopisch kleiner Fadenwürmer, die die Larven der Trauermücken fressen. Gerade bei der Verwendung von Kompost kann eine vorherige Erwärmung der Erde im Ofen (10–20 Minuten bei 200 °C) vorbeugend wirken. Auch wenn man Sand auf den Erdboden streut, können die Mücken ihre Larven nicht ablegen und die Vermehrung wird gestoppt.

7.) Läuse und Milben

Schmierläuse, Spinnmilben, Schildläuse und Blattläuse gehören zu jenen Gästen, die man am liebsten so schnell wie möglich wieder loswird. Leider sind die kleinen Schädlinge sehr hartnäckig und bedürfen einer eingehenden Behandlung.

Grundsätzlich empfiehlt es sich, befallene Pflanzen von den gesunden zu trennen und an einen kühlen, aber sonnigen Platz zu stellen. In trockener Heizungsluft fühlen sich die kleinen Krabbler besonders wohl. Als Nächstes sollte die Pflanze gründlich abgeduscht werden. Wickle eine Plastiktüte um den Topf, damit die Blumenerde nicht ausgespült wird, und halte die Pflanze schräg, auf diese Weise erwischst du auch die Blattunterseiten. Stark betroffene Blätter kannst du bereits im Vorhinein abzupfen. Sollten die Wurzeln befallen sein, musst du die Erde entfernen und die Wurzeln abbrausen.

Zur Nachbehandlung mischst du 2 l Wasser, 30 ml Spiritus (oder Essig) und 30 g Spülmittel. Besprühe das kränkelnde Zimmergrün alle zwei Tage mit der Mixtur. Bei empfindlichen Orchideen nimmst du einen Pinsel für den Auftrag. Sogenannte Nützlinge wie Florfliegen, Raubmilben oder Schlupfwespen sind ebenfalls vortreffliche Mitstreiter im Kampf gegen die Plage. Sie gibt es zu kaufen. Selbstgemachte Brennnesseljauche wirkt vorbeugend; das alte Hausmittel, Schädlingsgift aus Zigaretten zu gewinnen, ist nicht mehr erlaubt.

8.) Völlige Katastrophe

Zeigt deine Pflanze keine konkreten Symptome, sondern scheint sie mit der Gesamtsituation unzufrieden zu sein? Gerade junge Zimmerpflanzen, die noch im Wachstum stehen, müssen alle zwei Jahre in einen größeren Topf. Auch wenn die Blumenerde sehr alt ist, kaum noch Wasser speichert und nur wenig Lufträume enthält, ist es Zeit fürs Umtopfen. Dein grüner Mitbewohner wird anschließend zunächst zwar noch leidender dreinblicken, jedoch wird die Umtopf-Kur ihn bald wieder aufrichten.

Willst du schnell etwas gegen die Symptome deiner kränkelnden Pflanze unternehmen, hilft übrigens auch Aspirin. Forscher haben herausgefunden, dass die in der Kopfschmerzpille enthaltene Acetylsalicylsäure ähnlich wie beim Menschen die Ausschüttung von Schmerzhormonen hemmt. Freilich empfinden Pflanzen nicht wie wir, doch hilft die Säure dabei, sich schneller zu erholen. Was du gegen die tatsächlichen Ursachen ihres Leids unternehmen kannst, weißt du ja jetzt bereits!

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