Apfelessig: Der Alleskönner unter den Hausmitteln

Apfelessig ist gesund – so einfach lassen sich die Untersuchungen zu dem alten Hausmittel auf den Punkt bringen. Er enthält wertvolle Inhaltsstoffe, wirkt bei vielen Beschwerden heilend. Ein Beispiel: Der saure Trank verhindert die Ausbreitung von Fäulnisbakterien im Darm – Verstopfung und Blähungen können so auf natürliche Art gelindert werden.

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Apfelessig ist ein altbewährtes Naturheilmittel zum Beispiel gegen Blähungen.
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Apfelessig, sprich der Essig aus Apfelsaft, enthält nicht nur die wertvollen Wirkstoffe der Frucht, sondern ist Studien zufolge sogar noch weit gesünder:

Gesunde Wirkungen des Apfelessigs im Überblick

Kurbelt die Verdauung an: Apfelessig regt die Produktion von Magensaft an und hilft dadurch dem Verdauungssystem. Sodbrennen und Verstopfung wird so vorgebeugt. Gleichzeitig dämpft er Heißhunger und aktiviert den Stoffwechsel. Wer Gewicht reduzieren möchte, sollte schon morgens einen Esslöffel Apfelessig in einem Glas Wasser einnehmen.

Senkt Blutzucker und Cholesterin: Der Apfelessig hilft, Herz-Kreislauf-Feinde auszuschalten. In aktuellen Untersuchungen hatten Menschen, die ihn regelmäßig zu sich nahmen, deutlich bessere Blutwerte als andere Probanden.

Lindert Arthrose: Die basenbildenden und entzündungshemmenden Pflanzenstoffe helfen, Gifte aus dem Gelenk zu schwemmen. Gleichzeitig werden die Knorpel mit Kalzium und Magnesium versorgt.

Apfelessig enthält mehr Inhaltsstoffe als die Früchte

So hat sich Apfelessig vom traditionellen Urgewürz zum modernen Hausmittel gemausert. Der amerikanische Landarzt D. C. Jarvis beschrieb schon 1958 zum ersten Mal, welche gesunden Inhaltsstoffe Apfelessig enthält und wie sie positiv auf den Körper und die Gesundheit wirken. Dabei stellte Jarvis fest, dass alle Vitamine und Spurenelemente, die auch im Apfel vorkommen, durch den natürlichen Gärungsprozess zu Essig erhalten bleiben und sogar konserviert werden.

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Im Laufe der Gärung gesellen sich noch andere, wichtige Substanzen hinzu, die im frischen Apfel nicht enthalten sind, so zum Beispiel Tannin (Gerbsäure in Tee und Rotwein), Bioflavonoide (Schutzstoffe in Pflanzen, schützen sie vor schädlichen Umwelteinflüssen), Fermente (Enzyme) und organische Säuren wie Essig-, oder Zitronensäure.

In einer Studie über Apfelessig wurden bei der Verdunstung mehr als 90 Inhaltsstoffe nachgewiesen. Neben Ketonen (Abbauprodukte des Fettstoffwechsels im Körper) sind 18 verschiedene Alkoholarten, organische Säuren, Ballaststoffe, Enzyme, Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente im Apfelessig enthalten. Von jedem dieser Stoffe stecken aber nur sehr geringe Mengen in dem vergorenen Produkt, wohingegen frische Äpfel einen nennenswerten Beitrag zur Versorgung mit Vitaminen und Ballaststoffen leisten.

Abnehmen mit Apfelessig: Funktioniert das?

An Mineralstoffen sind im Apfelessig Kalium, Natrium, Kalzium, Magnesium, Phosphor, Chlor, Schwefel und an Spurenelementen Eisen, Fluor, Mangan, Silizium, Kupfer und Bor enthalten. Jedes einzelne von ihnen wird vom Körper täglich gebraucht. Sogar zum Abnehmen soll eine Apfelessig-Kur beitragen.

Dass Apfelessig eine Art natürlicher Fettburner ist, konnte wissenschaftlich jedoch nicht bestätigt werden. Eher ist die geringe Kalorienzufuhr im Rahmen der Apfelessig-Diät für den Gewichtsverlust verantwortlich.

Wie Apfelessig Verstopfung lindert

Apfelessig kann aber – regelmäßig getrunken – zu einer ausreichenden Versorgung an Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen aktiv beitragen. Besonders Kinder, Schwangere, Sportler, Raucher und gestresste Menschen haben einen erhöhten Vitamin- und Mineralstoffbedarf und können diesen durch eine gesunde, vollwertige Ernährung, verbunden mit einem täglichen Glas Apfelessig, natürlich decken.

Regelmäßig getrunken verhindert Apfelessig zudem die Ausbreitung von Fäulnisbakterien im Darm. Beschwerden wie Verstopfung und Blähungen können so auf natürliche Art gelindert werden. Wichtig ist hier jedoch eine Kontinuität bei der Nutzung des Essigs als Hausmittel: Vor jeder Mahlzeit sollte ein Esslöffel Apfelessig mit Mineralwasser oder stillem Wasser gemischt getrunken werden.

Apfelessig kaufen: Reformhaus oder Supermarkt?

Apfelessig gibt es in vielen Variationen zu kaufen. Im Reformhaus erhalten Sie hochwertige Sorten, die aus ganzen Äpfeln hergestellt werden und denen nach Ende der natürlichen Gärung keine chemischen Zusätze beigemischt worden sind. Auf dem Flaschenetikett können Sie lesen, ob ganze Äpfel verarbeitet wurden und ob diese aus biologischem Anbau stammen. Der Alkoholgehalt darf maximal 0,2 Prozent betragen.

Industriell produzierter Apfelessig dagegen wird nur aus Apfelresten wie Kernen, Stängel, Schalen oder Ähnlichem gewonnen. Diesem Essig wird die Essigsäure künstlich zugesetzt und er enthält die wertvollen Inhaltsstoffe nur noch zu einem ganz geringen Anteil.

Auch die Essigmutter dient als gesundes Hausmittel

In der traditionellen Herstellung werden zunächst meist säuerliche Apfelsorten, im besten Fall solche aus Bio-Anbau, vollständig zu Apfelwein vergoren. Diesem werden Essigsäurebakterien zugegeben, die den Alkohol im Apfelwein weiter zu Essig verstoffwechseln. Große Ansammlungen der nützlichen Bakterien können als Essigmutter im Apfelessig sichtbar werden. Diese dunklen Schlieren gelten ebenfalls als wirksames Hausmittel zum Beispiel gegen Gelenkschmerzen und häufige Erkältungen.

Rezept: Schnelles Chutney mit Apfelessig

Zutaten für 6 bis 7 Gläser:

  • 1 kg reife Birnen

  • 150 g Schalotten

  • 1 Grapefruit

  • 1 bis 2 kleine rote Chilis nach Geschmack

  • 25 g getrocknete Cranberrys

  • 200 ml Apfelsaft

  • 100 ml Apfel­essig

  • 500 g Gelier­zucker 3:1

  • Salz, Pfeffer

Zubereitung: Birnen in kleine Stücke schneiden. Schalotten fein würfeln. Grapefruit schälen und filetieren. Chilis entkernen, dann sehr fein hacken. Cranberrys grob hacken. In einem großen Topf mischen. Saft und Essig unterrühren, Gelierzucker zugeben und alles unter Rühren zum Kochen bringen. Bei starker Hitze unter Rühren ca. 3 Minuten sprudelnd kochen lassen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken. Das heiße Chutney sofort in saubere Gläser füllen und diese gut verschließen. Tipp: je länger die Kochzeit, desto fester das Chutney.

Pro Portion (1 EL): 32 kcal

 

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