Chronischer Schmerz: Behandlungen und Strategien für eine bessere Lebensqualität

Chronische Schmerzen können uns so sehr gefangen nehmen, dass wir von unserer Umwelt nichts mehr wahrnehmen und unfähig sind, unseren täglichen Pflichten – ob bei der Arbeit, der Familie oder bei Freunden – nachzukommen.

Zweifellos lähmt uns der Schmerz besonders dann, wenn er längere Zeit anhält und chronisch wird. Deshalb sollten wir uns nicht nur auf Medikamente verlassen sondern auch andere Behandlungsformen ausprobieren. Oft kann hier die Schulmedizin nicht ausreichend helfen, so gibt es derzeit z.B. für Fibromyalgiepatienten keine erfolgreiche Lösung. Der chronische Schmerz ist ein komplexes Leiden, in welchem physische, psychologische und neurologische Aspekte eine große Rolle spielen. 

Schmerzen sind eine große Herausforderung, doch es gibt auch verschiedenste Waffen um ihnen entgegenzutreten und eine höhere Lebensqualität zu erlangen. Hier können Sie sehen, wie Sie den Schmerz eindämmen können:

An welcher Art von Schmerz leide ich?

Zunächst muss die Ursache der Schmerzen festgestellt werden. Eine ärztliche Diagnose kann uns erklären, was mit unserem Körper los ist, wobei zwischen vorübergehendem und chronischem Schmerz unterschieden werden muss.

Ein Unfall, ein Knochenbruch, ein post-operatives Problem… dies sind Situationen, die jeden von uns betreffen können, aber wenn das Schmerzgefühl länger als sechs Monate anhält, kann dies unser Leben einschneidend verändern. Wir benötigen Schmerzmittel, verlieren Energie sowie Motivation und fühlen uns nicht in der Lage, unseren Alltagspflichten nachzugehen.

Wir fühlen uns gefangen in unserem eigenen Körper. Wenn Sie an Krankheiten wie Fibromyalgie leiden, wird es noch komplizierter. Oft dauert es sehr lange, bis diese Krankheit richtig diagnostiziert wird, unter Umständen können sogar Monate oder Jahre ohne eindeutiges Ergebnis vergehen. Der schlechte Allgemeinzustand macht es bei Fibromyalgie sehr schwierig, ein normales Leben zu führen.

Das Wissen über die Vorgänge in unserem Körper ist der erste Schritt im Kampf für mehr Lebensqualität. 

Die „A-Technik“

Wenn der Schmerz uns zu Gefangenen macht, liegt es an uns, ihm die Stirn zu bieten.

Wenn der Schmerz uns zu Gefangenen macht, liegt es an uns, ihm die Stirn zu bieten.

Normalerweise erleben wir Schmerzen als vorübergehend und können diese mit einem Schmerzmittel oder etwas Ruhe lindern, ohne dass unsere tägliche Routine davon beeinflusst wird. Wenn jedoch eine Krankheit diagnostiziert wird, die mit starken chronischen Schmerzen verbunden ist, verändern sich viele Dinge in unserem Leben.

Bei der Arbeit 

Wir fühlen uns eingeschränkt oder unfähig, kommen öfter zu spät und müssen uns krank melden, wodurch das Gefühl von Unfähigkeit und die Angst vor einer Kündigung verstärkt werden.

Menschen, die an chronischen Schmerzen leiden, vernachlässigen oft ihre Beziehungen zu Freunden und Familie. Sie sind wenig motiviert und alleine der Gedanke, aus dem Haus zu gehen und die Freizeit zu genießen, scheint absurd.

Beziehungen

Sowohl die Familie als auch der Partner werden von der Problematik beeinflusst, die Stimmung eines Schmerzpatienten ist nicht wie früher und es kann sein, dass sich die Betroffenen unverstanden fühlen.

Chronische Schmerzen muss man ganz alleine ertragen, doch trotzdem sollten wir uns nicht verschließen in einer Welt aus Schmerzen und Medikamenten.

Nach der Diagnose müssen wir lernen, die Krankheit zu akzeptieren. Die Betroffenen spüren dabei meist Beklemmung, Wut und Angst. Bei diesem Prozess kommen eine ganze Reihe von Gefühlen und Emotionen auf, die identifiziert werden müssen und denen man sich stellen sollte. Danach kann mit der „A-Technik“ begonnen werden.  

Akzeptieren aber nicht vermeiden

Wir mögen zwar an Schmerzen leiden, aber dies ist nicht gleichbedeutend mit Unbeweglichkeit oder dem Verzicht auf unser Leben und auf unser Selbst. Wir suchen Unterstützung bei unseren Lieben und begegnen jedem Moment mit möglichst viel Energie.

Akzeptieren, dass wir weiter experimentieren müssen

Der Alltag zwingt uns, weiterzumachen und unsere negativen Gefühle und Emotionen zu kontrollieren und beherrschen.

Akzeptieren heißt sich verpflichten

Wir verstehen, dass wir an einer Krankheit leiden, und dass der Schmerz in bestimmten Situationen da sein wird, aber wir müssen uns verpflichten, dagegen anzukämpfen und unsere Ziele an unsere Fähigkeiten anpassen.

Akzeptieren heißt nicht sich auf das Leid zu konzentrieren

Ganz bestimmt nicht. Wir sollten neue psychologische Wege gehen, um Angst und Depressionen zu vermeiden. Wir sollten neue persönliche Werte finden, die unser Leben mit Optimismus und Selbstsicherheit füllen.

Neue Wege

Manchmal verlieren wir uns im Kampf gegen die Schmerzen in einem Teufelskreis, der uns nicht weiterbringt.

Die Betroffenen kritisieren z.B. ihre Familienangehörigen, dass sie nicht verstehen können, wie sie sich fühlen. Sie fühlen sich durch die Krankheit isoliert und von ärztlicher Betreuung abhängig. Angst und Beklemmung können zu Depressionen führen, deshalb sollten wir unsere Kräfte stärken und neue Wege finden, die uns Lust und Lebensfreude zurückgeben. Die Flucht in die Einsamkeit ist keine Lösung, im Gegenteil, in schwierigen Situationen wie diesen benötigen die Betroffenen soziale und emotionale Unterstützung.  Nur so können sie ihr Gleichgewicht halten. Natürlich möchten wir alle unabhängig und nicht auf die Hilfe anderer angewiesen sein, doch früher oder später kommt für alle die Zeit, in der wir die Hilfe der anderen benötigen. Gerade bei chronischen Schmerzen ist es wichtig, mit Familie, Ärzten und Psychologen zu sprechen,  um stark zu bleiben und uns nicht alleine zu fühlen.

Unsere Gedanken als Waffe

Unsere Gedanken sind unsere stärkste Waffe gegen die Schmerzen, diese kann unser Feind oder unser Verbündeter sein.

Unsere Gedanken sind unsere stärkste Waffe gegen die Schmerzen, sie können Feind oder Verbündete sein.

Unsere Emotionen beeinflussen auf direktem Wege auch unser Schmerzempfinden. Wenn wir gestresst oder traurig sind, empfinden wir den Schmerz in unserem Körper viel intensiver als gewohnt. Wie wäre es also, wenn wir lernen, unsere Gedanken zu beherrschen und sie in eine positive Richtung zu lenken? Da uns negative Gedanken schlecht fühlen lassen, ist es wichtig, diese so schnell wie möglich zu identifizieren, beispielsweise morgens, wenn wir vom Bett aufstehen und fühlen, dass unser Körper nicht so funktioniert, wie wir es gerne hätten. Der Gedanke „ich kann nicht“ ist verboten, ebenfalls wie „ich schaffe das nicht“. Wir verwandeln diese negativen Gedanken in „ich werde es versuchen“ oder noch besser in „ich werde es schaffen“.

Die Uhr kann auf uns warten

Wir müssen verstehen, dass sich unser Rhythmus ändert, denn das Leben ist keine Rennstrecke sondern ein Weg, auf dem wir lernen müssen, glücklich zu sein. Es ist klar, dass wir auch Pflichten haben und dass uns der Schmerz nicht immer erlaubt, die gesteckten Ziele zu verwirklichen. Unser Körper benötigt nur etwas mehr Zeit, um normale Dinge auszuführen und das sollte uns klar sein, wenn wir nicht die typischen Fehler begehen wollen: 

  • Um Zeit für unsere täglichen Plichten zu haben, verzichten wir oft auf für uns wichtige Aktivitäten wie Kaffeeplausch, mit den Kindern in den Park gehen u.a. An manchen Tagen können dadurch Beklemmung und Hoffnungslosigkeit entstehen, da wir keine Zeit für die kleinen Freuden des Tages finden. Unsere persönliche Zeit ist unersetzlich.
  • Ein weiterer Fehler ist, an jenen Tagen, an denen wir uns besser fühlen, alle anstehenden Aufgaben erledigen zu wollen. Wozu wird das wohl führen? Eine unnötige Überbelastung wird wahrscheinlich dazu führen, dass Sie am nächsten Tag noch mehr Schmerzen haben.

Es ist wichtig, unsere Anforderungen an uns selbst zu überprüfen und Pausen einzulegen, um unser Leben zu genießen und es mit unseren Lieben zu teilen, Aufgaben auch einmal zu delegieren und sich nicht mit zu viel Verantwortung zu belasten. 

Neue Werte

Chronische Schmerzen beeinflussen unseren Alltag zum Teil so sehr, dass wir aufhören müssen zu arbeiten oder bestimmten Aktivitäten nachzugehen, die uns früher sehr wichtig waren. Wir sollten dies als Chance sehen, um unseren Lebensstil zu überdenken und unsere eigenen Werte neu zu definieren. Was ist mir wirklich wichtig? Was schätze ich am meisten? Handle ich im Einklang mit meinen eigenen Prinzipien? 

Entspannung Ihrem Körper zuliebe

 Es ist ideal, sich ein paar Stunden des Tages zu nehmen, um Entspannungsübungen durchzuführen oder einfach eine Weile alleine und in Ruhe zu entspannen.

Nehmen Sie sich täglich Zeit für Entspannungsübungen und gönnen Sie sich ein Weilchen Ruhe!

Eine der besten Techniken ist die Progressive Muskelentspannung nach Jacobson. Sie baut auf An- und Entspannung bestimmter Muskelgruppen auf und beseitigt die Steifheit, so dass ein erholsamer Entspannungszustand eingeleitet wird. Suchen Sie sich jeden Tag ein ruhiges Plätzchen, um die Übungen durchzuführen. Die Wirkung tritt nach nur kurzer Zeit ein.

Wie sieht die optimale Ernährung für Schmerzpatienten aus?

Auch wenn die alleinige Einnahme von Medikamenten den Schmerz nicht komplett beseitigen  oder heilen kann, tragen diese zur Beruhigung bei. Zusätzlich können verbesserte Essgewohnheiten Linderung bringen.

 Verbotene Lebensmittel

  • Gezuckerte, raffinierte oder frittierte Produkte
  • Vollmilch von der Kuh, die nicht nur viel Fett, sondern auch gefährliche Schadstoffe enthalten kann
  • Tierische Proteine wie Wurst, oder Lebensmittel, die reich an Oxalaten und Harnsäure sind, wie beispielsweise rotes Fleisch

Empfohlene Lebensmittel

  • Frisches Gemüse, vor allem Möhren, Knoblauch, Zwiebel, Sellerie und Aloe Vera
  • Gerade bei Fibromyalgie empfehlen sich Lebensmittel, die reich an Potassium, Zink, Selen und Silizium sind.
  • Pflanzenfette wie Olivenöl, Sesam- oder Sonnenblumenöl
  • Vollkorngetreide wie beispielsiweise Amaranth, Hirse und Mais. Diese sind reich an Proteinen, Vitaminen und Mineralien.
  • Magnesium verhindert die Muskelkontraktion, ein Mangel an Magnesium führt zu Apathie, Schwäche und Krämpfen.
  • Antioxidantien: Die Vitamine C, A und E, die in Möhren, Orangen, Avocados und Zitronen vorkommen.
  • Nahrungsergänzungsmittel: Bienenhonig, Algen, Chlorophyll, Leinsamen, Aloe Vera Saft oder Goji Beeren helfen uns dabei, Giftstoffe und Schlacken loszuwerden, die sich in unserem Körper ansammeln.
  • Pflanzenöle und Pflanzenmilch: Soya – oder Mandelmilch sind wichtige Kalziumquellen, die ausreichend in unserer Ernährung vorkommen sollten.

 Beispiel eines alltäglichen Speiseplans

Bild mit freundlicher Genehmigung von Aleksey Serba

Bild mit freundlicher Genehmigung von Aleksey Serba

Gleich nach dem Aufstehen

Wir können den Tag mit einem Zitronensaft (Zitrone und lauwarmes Wasser) beginnen, er hilft bei der Körperreinigung. Danach warten wir eine halbe Stunde bis zum Frühstück.

Frühstück

Wir essen einen Obstteller und trinken ein Glas Soyamilch. Wir können uns zum Beispiel einen Obstsalat mit Orangen, Ananas und Banane machen, gerne auch mit Nüssen.

Mittagessen

Vollkornreis mit Fettfisch, gekochtem Gemüse und etwas Olivenöl. Dazu können wir einen Orangensaft oder einfach auch nur Wasser trinken.

Abendessen

Vollkornhaferflocken mit Sojamilch und ein Vollkornsandwich mit Lachs. Es gibt köstliche Rezepte für Sandwiches, bei denen das Gemüse nicht nur gesund sondern auch wirklich lecker schmeckt. Das beste Dessert sind frische Kirschen, die reich an Vitaminen und sehr effektiv in der Schmerzbekämpfung sind.

Tägliche Schmerzen begrenzen das Leben der Betroffenen sehr stark, das ist sicher allen bewusst. Fibromyalgie, Arthritis, Rückenschmerzen und Lupus, sind komplexe Krankheiten, die unser Leben beeinflussen, aber wir sollten uns nicht davon unterkriegen lassen.

Wir sollten chronische Schmerzen vielmehr als Herausforderung betrachten, die wir akzeptieren müssen und uns hilft, uns selbst besser kennenzulernen, unsere Möglichkeiten und Werte neu zu definieren. Wir lernen dabei, dass unsere Lebensqualität direkt von unserer Gemütsverfassung abhängt und von der Lust, jedem Tag mit der Hilfe unserer Lieben optimistisch entgegenzusehen. Mit positiven Gedanken werden wir unsere Ziele leichter erreichen. 

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