Fluorid: Wichtig oder giftig für gesunde Zähne?

Fluorid und Fluor werden häufig miteinander verwechselt und demzufolge heiß diskutiert. Ist Fluorid giftig? Ist fluoridfreie Zahnpasta besser? 

Fluorid ist ein Spurenelement, das im Körper wichtige Funktionen unterstützt. Es wird mancher Zahnpasta und Speisesalz zugesetzt. Es wird häufig mit Fluor verwechselt: Fluor ist ein Gift, was nicht in Lebensmitteln, Zahnpasta oder Trinkwasser vorkommt. In diesem Artikel möchten wir daher die Bedeutung von Fluorid für unsere Gesundheit erläutern und nicht über das extrem giftige und ätzende Fluor berichten.

Funktionen von Fluorid

Ein „Fluorid“ an sich gibt es nicht, es gibt nur Fluoride. Damit wird eine Gruppe von Salzen benannt, die bei zu hoher Dosierung auch giftig werden können, in der richtigen Dosierung jedoch in unserem Körper wichtige Funktionen unterstützen. Dazu zählen:

  • Härtung von Zahnschmelz
  • Festigkeit von Knochen
  • Kariesprophylaxe
  • Hemmung säurebildender Bakterien im Mund

Besonders effektiv wirkt es, wenn es mit dem Speichel direkt an den Zahnschmelz gelangt.

Was passiert bei einem Mangel an Fluorid?

In Deutschland ist das Trinkwasser frei von künstlich zugesetztem Fluorid, jedoch kann der Gehalt des Spurenelementes von Region zu Region stark schwanken, weswegen es nicht überall möglich ist, genug Fluorid zur Kariesprophylaxe aufzunehmen.

Statistiken zur Häufigkeit von Karies zeigen deutlich: je mehr Menschen Zugang zu fluoridhaltiger Zahnpasta haben, desto drastischer sinkt die Wahrscheinlichkeit, Karies zu entwickeln. Wer also kein oder zu wenig des Spurenelemts mit seiner Nahrung aufnimmt, sollte sich einen Zahnarzt zum Freund machen – auch im Erwachsenenalter.

Nebenwirkungen bei Überdosierung von Fluorid

Über die normale Ernährung ist es nicht möglich, zu viel des Spurenelements aus der Nahrung aufzunehmen. Vorausgesetzt, man achtet darauf, keine angereicherten Lebensmittel zu verzehren und lebt in einem Land, in dem das Trinkwasser nicht angereichert wird. Da aber immer mehr Lebensmittel bis hin zu Frühstückszerealien angereichert werden, ist es schwer, die Kontrolle über die tatsächliche Zufuhr zu behalten.

Eine Überdosierung von Fluorid tritt aber auch durch den Verzehr solcher Lebensmittel nur in Extremfällen auf, wenn mindestens 10 bis 15 Milligramm pro Tag über einen Zeitraum von über zehn Jahren aufgenommen wurden. Man spricht dann von einer Fluorose, bei der Knochen brüchiger werden, Gelenke verdicken und versteifen können.

Zahnpasta ist oft mit Fluorid angereichert
Zahnpasta ist oft mit Fluorid angereichert (Foto: CC0 Public Domain / Pixabay.de)

Nehmen Kinder während der Entwicklung ihrer bleibenden Zähne zu viel auf, so zeigt sich dies in weißen, wolkenähnlichen Stellen im Zahnschmelz. Bei extremer Überdosierung wird übermäßig viel Fluorid in den Zahnschmelz eingebaut und erscheint dort dauerhaft als braune Flecken. Mit Zahnpasta allein ist eine Überdosierung übrigens nicht zu schaffen, denn diese darf maximal 0,15 Prozent enthalten.

Täglicher Bedarf an Fluorid

Insbesondere Kinder, die sich im Wachstum befinden, haben einen erhöhten Bedarf an Fluorid. Bei der täglichen Aufnahme sollten alle Quellen mit berücksichtigt werden, etwa das Trink- oder Mineralwasser, Zahnpflegeprodukte, Lebensmittel oder Nahrungsergänzungsmittel.

Der Bedarf steigt mit dem Lebensalter und erreicht ab etwa 19 Jahren das Maximum von 3,8 Milligramm pro Tag für Männer und 3,1 Milligramm pro Tag für Frauen. Auch Schwangere und Stillende brauchen laut den Referenzwerten der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) nicht mehr.

In welchen Lebensmitteln ist Fluorid enthalten?

Zunächst lohnt ein Blick auf das Etikett des verwendeten Mineralwassers. Dort sollte Fluorid – sofern enthalten – aufgeführt sein. Auch ein Anruf beim Trinkwasserversorger gibt eine gute Orientierungsmöglichkeit über die mögliche Zufuhr über das Trinkwasser. Insbesondere in der Eifel ist der Gehalt im Leitungswasser besonders hoch.

Weitere gute natürliche Quellen sind:

  • schwarzer und grüner Tee,
  • Fisch.

Weil jedoch in den meisten Regionen das Trinkwasser nur sehr geringen Gehalt aufweist, und die Versorgung der Bevölkerung mit Fluorid damit nicht gedeckt werden kann, wird grundsätzlich der Gebrauch von fluoridierten Zahnpflegemitteln empfohlen. Die Stiftung Warentest stuft daher grundsätzlich Produkte zur Mundhygiene, die kein Fluorid enthalten, deutlich herab.

Dessen ungeachtet gibt es Menschen, die keine Zahnpasta mit Fluorid verwenden wollen.

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