Gehaltvolle Kräuteröle selber machen – Tipps und Rezepte

Wenn du im eigenen Garten oder auf dem Balkon Kräuter anbaust, kannst du das aromatische Grün wahrscheinlich gar nicht so schnell aufbrauchen, wie es nachwächst. Um möglichst viel davon zu nutzen, lohnt es sich, auf unterschiedliche Methoden zur Konservierung der frischen Kräuter zurückzugreifen.

Eine einfache und effektive Methode zum Haltbarmachen ist das Ansetzen gehaltvoller Kräuteröle. Hochwertige pflanzliche Öle eignen sich hervorragend, um die Aromen und ätherischen Öle der Kräuter aufzunehmen und lange zu konservieren. So musst du auch nach der Saison nicht auf den köstlichen Geschmack von Basilikum, Thymian und Co. verzichten.

Grundrezept für Kräuteröl

Je nach Geschmack und Experimentierfreude sind die Variationsmöglichkeiten bei der Zubereitung der Kräuteröle praktisch endlos. Grundsätzlich werden folgende Zutaten und Utensilien benötigt: Hochwertiges Basisöl – zum Beispiel kaltgepresstes Olivenöl oder ein geschmacksneutrales Öl wie Rapsöl oder Sonnenblumenöl. Glasflasche oder Schraubglas zum Abfüllen – hier empfiehlt es sich, eine Flasche mit weitem Hals zu verwenden, damit du die Kräuter nach der Ziehzeit problemlos wieder entfernen kannst. Um Verunreinigungen des Öls zu vermeiden, solltest du die Gläser vorab sterilisieren. Am besten geeignet sind Braunglasflaschen, weil lichtempfindliche Öle darin besser geschützt sind. Frische Kräuter deiner Wahl – neben Küchenkräutern kannst du auch Wildkräuter verwenden. Optional weitere Gewürze wie zum Beispiel Knoblauch, Chili, Pfefferkörner, unbehandelte Zitronen- und Orangenschalen. Optional kleinere Flaschen zum portionsweisen Abfüllen des fertigen Kräuteröls. Um Schimmelbildung und Gärungsprozesse zu vermeiden, solltest du alle schadhaften Stellen von Kräutern und anderen Zutaten vorab entfernen und keine nassen Kräuter verwenden. So wird das Kräuteröl angesetzt: Kräuter ernten (bevorzugt an einem sonnigen Nachmittag, wenn der Tau bereits abgetrocknet ist), vorsichtig säubern, möglichst nicht waschen. Locker in die Flasche schichten und mit Öl übergießen.

Die Kräuter sollten während der gesamten Ziehzeit komplett mit Öl bedeckt sein. Umso mehr Kräuter du verwendest, desto intensiver wird das Öl. Flasche luftdicht verschließen. An einem dunklen, kühlen Ort für ein bis vier Wochen ziehen lassen, je nach Zutaten und gewünschter Geschmacksintensität. Ab und zu leicht durchschütteln, um Schimmelbildung vorzubeugen. Im Allgemeinen können die Kräuter nach der Ziehzeit im Öl belassen werden, so wird das Öl mit der Zeit noch intensiver, jedoch ist auch die Gefahr des Verderbens größer.

Auch wenn die schöne Optik darunter leidet, kannst du deshalb zugunsten einer längeren Haltbarkeit von 6-12 Monaten das fertige Öl durchsieben. Bei der Verwendung eher grober Zutaten reicht dafür ein Sieb aus. Wenn du besonders feine Zutaten verwendet hast oder sich Pflanzenteile während der Lagerung zersetzt haben, empfiehlt es sich, das Öl durch ein feines Tuch, einen Teefilter oder einen Nussmilchbeutel zu filtrieren. Selbstgemachtes Kräuteröl solltest du genau wie herkömmliche Pflanzenöle kühl (jedoch nicht im Kühlschrank) und dunkel lagern. Je nachdem, welche Kräuter du verwendest, eignet sich das fertige Kräuteröl zum Beispiel zum Verfeinern von Salaten, zum Marinieren von Fleisch oder einfach nur als würziger Dip für frisch gebackenes Brot. In kleine, dekorative Flaschen abgefüllt, erhältst du mit wenig Aufwand ein ganz besonderes Geschenk aus der Küche. Möchtest du am liebsten gleich mit der Kräuteröl-Produktion beginnen? Dann lass dich von den folgenden Rezeptideen inspirieren. Kräuteröl mit Kräutern der Provence

Die Gewürzmischung “Kräuter der Provence” kommt in vielen Küchen regelmäßig zum Einsatz. Die dafür typischen Kräuter, in Öl eingelegt, verleihen Gemüse-Suppen, Salaten oder Grillgut das gewisse Etwas.

Zum Ansetzen des Öl benötigst du folgende Zutaten:

1-2 Stängel Rosmarin

1-2 Stängel Bohnenkraut

1-2 Stängel Oregano

1 Stängel Thymian

optional Majoran,

Basilikum und Lavendel 750 ml Olivenöl

Alle Kräuter in eine saubere Glasflasche geben und mit dem Öl übergießen. Die Kräuter müssen vollständig mit Öl bedeckt sein. Die Mischung für zwei bis drei Wochen an einem dunklen, kühlen Ort stehen lassen. Anschließend durch ein feines Sieb gießen und in Flaschen abfüllen.

Knoblauch-Öl Knoblauch

Öl eignet sich hervorragend zum Marinieren von Fisch und Fleisch, verleiht aber auch Salaten und Gemüsegerichten eine besondere Note. Pizza und Pasta kannst du damit ebenfalls verfeinern. Für einen halben Liter Knoblauch-Öl benötigst du lediglich:

8 geschälte, fein gehackte Knoblauchzehen

500 ml Olivenöl

optional weitere Gewürze, zum Beispiel Rosmarin, Thymian, Basilikum, Chili Einfach die gehackten Knoblauchzehen in eine saubere Glasflasche geben, das Öl und die Gewürze hinzufügen.

Die Mischung drei bis vier Wochen lang ziehen lassen. Das fertige Öl durchsieben und abfüllen.

Zitrus-Thymian-Öl Dieses aromatisch-frische Öl kannst du zum Beispiel für Salatdressings und Dips verwenden. Auch zu Fischgerichten passt es sehr gut.

Für einen halben Liter Zitrus-Thymian-Öl brauchst du folgende Zutaten:

500 ml Oliven- oder Sonnenblumenöl

6-8 Zweige Thymian – alternativ kannst du auch Rosmarin verwenden

1 Bio-Zitrone Und so gehst du vor: Zitrone waschen und gut abtrocknen.

Schale mit einem Sparschäler in dünnen Streifen abschälen – dabei möglichst wenig von der inneren weißen Schale mit abschneiden, sie macht das Öl bitter. Thymian und Zitronenschale in ein sauberes Glas geben und mit dem Öl übergießen. Auch hier sollten wieder alle Zutaten gut mit Öl bedeckt sein. Für ein bis zwei Wochen an einem dunklen, kühlen Ort ziehen lassen. Fertiges Öl abseihen und innerhalb von vier Wochen aufbrauchen.

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