Klingt gesund – ist es aber nicht!

Es gibt viele Dinge, die klingen gesund, sind beim genaueren Hinsehen aber nicht wirklich gesund, beziehungsweise gesundheitsfördernd. Wir sind einigen dieser angeblich so gesunden Gewohnheiten, Tipps und Gerüchten für dich auf den Grund gegangen.

Cola

„Wasser mit Geschmack ist besser als Limo“

Leider (meist) nein. Limonaden, Eisteegetränke oder Cola klingen schon ungesund, viel gesünder klingen daher Getränke, die das gesunde Wort „Wasser“ im Namen tragen. Seit einigen Jahren gibt es aromatisierte Mineralwässer auf dem Markt, die einem durch das Fehlen von Kohlensäure und Farbe vorgaukeln, nur „Wasser mit Geschmack“ zu sein und kein „Zuckerwasser“. Leider ist da mehr Schein als Sein. Die allermeisten solcher Getränke enthalten auch Zucker und sind daher nicht gesünder als andere Erfrischungsgetränke. Wie immer ist es wichtig, auch hier genau das Etikett zu studieren. Steht Zucker unter den Zutaten, hat sich der Gedanke „gesund“ erledigt. Gesunde Getränke sind kalorienfrei: Früchtetee, Kräutertee und Mineralwasser löschen außerdem wesentlich effektiver den Durst als sämtliche „Zuckerwasser“!

Müsli

„Müsli ist immer gesund“

Was auch immer man unter „Müsli“ versteht: nicht alles ist gesund, ein Großteil davon ist ungesundes „Zuckerzeug“. Gerade „Frühstückscerealien“ für Kinder bestehen mehr aus Zucker, als aus gesundem Vollkorn. Ganz leicht feststellen lässt sich das – wie immer – wenn man genau die Inhaltsangaben liest. Oft versteckt sich der Zucker auch unter angeblich gesünderen Süßungsmitteln wie „Traubenzucker“ oder „der Süße aus Früchten“ oder „gesundem Honig“. Wer unsicher ist, was Zucker ist, auch wenn die Bezeichnung variiert, kann unter den Nährwertangaben Aufklärung finden. Unter Kohlenhydraten sollte ein Unterpunkt „davon Zucker“ sein. Ist dieser hoch, dann: Finger weg! Ein gesundes Müsli besteht aus ungesüßten Getreideprodukten wie Flakes, Flocken oder Schrot und weiteren unverarbeiteten Zutaten wie Nüssen, Trockenobst und Ölsaaten, aber niemals Zucker und seine Namensbrüder! Ebenso klar sollte demnach sein, dass ein Müsliriegel nicht gesund sein kann, denn hier werden die Bestandteile mit Zucker und Fett zu einem Riegel miteinander verbunden.

Fast food

„Vitaminpillen sind gesundheitsfördernd“

Bei vielen steht eine Dose Multivitamintabletten oder Brausetabletten mit Vitaminen im Küchenschrank. Man glaubt, mit einer Brausetablette oder Pille täglich seiner Gesundheit Gutes zu tun. Glaube versetzt ja bekanntlich Berge und Placebos können auch wirken. Aber es ist bis heute noch nicht abschließend wissenschaftlich gesichert, ob und in welchem Maß der Körper synthetisch hergestellte Vitamine überhaupt aufnehmen kann. Es ist noch nicht vollständig erforscht, wie Vitamine und andere sekundäre Pflanzenstoffe untereinander wirken, um dem Körper das zu geben, was er braucht. Die Vitamintablette aus dem Küchenschrank kann daher vor allem eines: das Gewissen beruhigen. Ansonsten ist es immer besser, sich gesund und ausgewogen zu ernähren: Viel Obst und viel Gemüse in einer ausgewogenen Mischkostmahlzeit machen Vitaminpräparate völlig unnötig. Genauso kritisch sollte man Vitaminzusätze in Lebensmitteln beäugen. Diese sind immer synthetisch und gaukeln einen „Mehrwert für die Gesundheit“ vor. Der Mehrwert entsteht aber in erster Linie nur in der Kasse des Herstellers…

Lachs

„Fett ist ungesund“

Fett ist der Nährstoff, der die höchste Kaloriendichte hat – mehr als doppelt so viel Kalorien pro Gramm als Kohlenhydrate oder Eiweiß. Daher werden Fette gerne grundsätzlich verteufelt. Leider vergessen dabei viele, dass der Körper auf manche Fette, die essentiellen Fettsäuren, angewiesen ist, weil der Mensch sie nicht herstellen kann und sie unbedingt mit der Nahrung aufnehmen muss. Es ist richtig, dass zu viel Fett schnell fett macht, daher sollte auch bei den „guten“ Fetten nicht grenzenlos zugegriffen werden. Grundsätzlich sind aber hochwertige, kalt gepresste pflanzliche Fette zu bevorzugen und tierische Fette wie Butter, Schweineschmalz und Speck vom Speiseplan zu streichen. Einzige Ausnahme: Fisch!

Übergewicht

„Mahlzeiten auslassen hält schlank“

Nicht jeder nimmt sich morgens die Zeit für ein gutes Frühstück. Und oft schwingt der Gedanke mit: „Länger schlafen für weniger Kalorienaufnahme“. Aber das ist leider falsch. Statistisch gesehen sind Menschen, die nicht frühstücken dicker als solche, die den Rat „morgens wie ein Kaiser, mittags wie ein König, abends wie ein Bettelmann“ beherzigen. Der Körper braucht alle vier bis sechs Stunden Nahrung. Bekommt er sie nicht, geht er (leider) als erstes an die Eiweiß- statt an die Fettreserven. Er denkt: „Bekomme ich weniger Sprit, mache ich meinen Muskelmotor kleiner, dann komme ich mit geringerem Verbrauch hin“. Außerdem lässt sich aus Eiweiß (= Muskeln) schneller Energie gewinnen als aus Fett. Der Trugschluss: das Gewicht auf der Waage sinkt. Der Grundumsatz aber leider auch. Und somit geht der Schuss von der ausgelassenen Mahlzeit nach hinten los. Also: 3x am Tag eine ausgewogene und gesunde Mahlzeit ist die gesündeste Ernährung!

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