Krebs durch Talkumpuder: Johnson & Johnson wurde verurteilt

Talkumpuder zählt zu den bekanntesten Produkten der Marke Johnson & Johnson und dieser steht unter Verdacht, die Gesundheit der Konsumenten ernsthaft aufs Spiel zu setzen.

Der Konzern wurde zur Zahlung von 72 Millionen Dollar an die Hinterbliebenen einer an Eierstockkrebs verstorbenen Frau verurteilt, die dieses Produkt scheinbar über Jahre verwendet hatte.

Die Anklage beschuldigt Johnson & Johnson, die Risiken der im Puder enthaltenen Substanzen zu kennen, die Konsumenten jedoch nicht darüber zu informieren.

Das Unternehmen verteidigt sich mit dem Argument, dass es bislang keine ausreichenden wissenschaftlichen Beweise gibt, die eine Verbindung zwischen Talkumpuder und Eierstockkrebs bestätigen könnten.

Jackie Fox, das Opfer des Puders von Johnson & Johnson

Jacki klagt aufgrund von Krebs durch Talkumpuder

Jackie Fox, eine Frau aus Alabama (USA) verstarb 2015 mit 62 Jahren, nachdem sie den Babypuder und andere Intimhygieneprodukte von Johnson & Johnson jahrzehntelang benutzt hatte.

Jere Beasley, einer der Anwälte der Familie bemerkt in einem Interview mit BBC Mundodass die Geschworenen das Unternehmen aufgrund von „Verwantwortung für schädliche Produkte, Fahrlässigkeit und Konspiration“ verurteilten.

Johnson & Johnson wurde dazu verurteilt, den Hinterbliebenen 10 Millionen Dollar aufgrund von Körperverletzung und weitere 62 Millionen Dollar aufgrund der durch den Tod des Opfers entstandenen Folgeschäden zu zahlen.

Marvin Salter, Sohn der Verstorbenen, war bei dieser Anklage vor dem Appelationsgericht von St. Louis (Missuri), die im Rahmen eines größeren Ansuchens formuliert wurde, federführend. Daran waren ungefähr 60 Personen beteiligt.

Nach Aussagen von Salter benutzte seine Mutter den Talkumpuder von Johnson & Johnson als grundlegendes Produkt, die Verwendung war für sie so normal wie Zähneputzen.

Der Konzern bestreitet jedoch die Anschuldigungen und überlegt sich die nächsten legalen Schritte.

Die Konzersprecherin Carol Goodrich, versichert der Presseagentur AP, dass das Urteil „gegen die jahrzehntelang erprobte Sicherheit des Puders als Zutat in Kosmetika in vielen Produkten spricht„.

Außerdem erwähnte sie die von der zuständigen US-Behörde Food und Drug Administration (FDA) und dem National Institue of Cancer durchgeführten Studien, um zu erklären, dass die Risiken nicht wissenschaftlich bewiesen werden konnten. 

Die Beweise…

Talkumpuder verursacht Krebs

Um die Geschworenen davon zu überzeugen, dass eine Verbindung zwischen dem Puder und einem erhöhten Krebsrisiko besteht, haben die Anwälte des Opfers als Beweis einen internen Bericht eines ärztlichen Beraters des Konzerns, der 1999 erstellt worden war, vorgelegt.

Darin wird bestätigt, dass „jeder, der die Gefahren verleugnet“, die der Puder im Zusammenhang mit Eierstockkrebs mit sich bringt, jenen gleichzustellen wäre, die den Zusammenhang von Tabak und Krebs verleugnen. 

Allen Smith, einer der Anwälte der Anklage, zeigte den Geschworenen, dass aus einer neueren Studie, die von Daniel Carmer, Professor der Universität von Harvard, und seinem Forscherteam durchgeführt wurde, hervorgeht, dass Talkum die Gefahr für Eierstockkrebs um bis zu 33% erhöht.

„Der Konzern kannte all diese Studien seit 30 oder 40 Jahren“, bestätigt Smith den Geschworenen.

Deshalb wird der Konzern als unverantwortlich beschuldigt, da er ein gesundheitsgefährdendes Produkt verkauft, ohne die Kunden davor zu warnen.

Darauf argumentiert Gene Williams, einer der Anwälte des Konzerns, dass die zuständigen US-Regierungsbehörden die Verpflichtung, eine dementsprechende Information auf den Produktetiketten des Puders anzubringen, zurückgewiesen hatten.

Mit dem Urteil zu Gunsten der Familie Fox liegt der erste Fall in der US-Geschichte vor, der den Konzern dazu verpflichtet, Schadenersatz für die durch Talkumpuder verursachten Schäden zu leisten.

In der USA gibt es tausende von ausstehenden Verfahren im Zusammenhang mit dem Puder und mit diesem Präzedenzfall könnten zahlreiche Klagen folgen.

Trotz eindeutiger Fälle, wie der von Frau Fox, und vieler anderer Beweise, die seit Jahrzehnten vorliegen, gehen viele Fachorganisationen davon aus, dass weitere wissenschaftliche Beweise notwendig sind, um den Zusammenhang zwischen dem Puder und Eierstockkrebs zu bestätigen.

So geht beispielsweise die Cancer Researcheine Organisation zur Krebserforschung in Großbritannien, davon aus, dass der Zusammenhang zwischen Talkum und Eierstockkrebs „noch ungewiss“ sei und auch wenn es ein Risiko geben könnte, wäre dieses wahrscheinlich minimal.

Eine andere britische Organisation, die über Krebs forscht und sich Ovacome nennt,  erklärt, dass die Ursachen für diese Krankheit noch unbekannt sind und wahrscheinlich die Kombination von bestimmten genetischen Faktoren mit Umweltfaktoren dafür ausschlaggebend ist, und nicht alleine ein Produkt wie Talkum.

Wie auch immer, die Geschworenen haben die von den Anwälten der Familie Fox vorgelegten Beweise überzeugt und der Konzern hat Verantwortung zu tragen.

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *