Pilze sammeln: Was ist erlaubt und was ist verboten?

Viele Pilzsammler sind im Spätesommer und Herbst wieder in den Wäldern unterwegs. Aber darf eigentlich jeder einfach Pilze suchen und sammeln? Hier lesen Sie, was bei der Pilzsuche im Wald erlaubt und was verboten ist.

Pilze sammeln: In kleinen Mengen erlaubt

In geringen Mengen dürfen Privatpersonen in Wäldern Pilze suchen und sammeln. Welche Mengen das genau sind, regeln die Behörden regional unterschiedlich.

Pilze sammeln: Was erlaubt und was verboten ist. Informieren Sie sich vorab, ob das Pilze sammeln am ausgewählten Standort erlaubt ist. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Informieren Sie sich vorab, ob das Pilze sammeln am ausgewählten Standort erlaubt ist. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

 

Ein oder zwei Kilo Pilze – je nachdem, wie viel Sie für eine Mahlzeit benötigen – sind meistens kein Problem. Tragen Sie jedoch körbeweise Pilze aus dem Wald und verschenken oder verkaufen diese weiter, ist die Grenze des Erlaubten überschritten. Sie riskieren dann – so aktuelle Urteile – ein saftiges Bußgeld von bis zu 5.000 EUR. “Wer aber nur für den privaten Gebrauch eine schmackhafte Beilage zum Sonntagsbraten sammelt und dabei ein paar einfache Regeln beachtet, braucht keine Angst zu haben”, so Michael Rolland, Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Waldbesitzerverbände – Die Waldeigentümer (AGDW).

Im Zweifel informiert Sie Ihre sogenannte Untere Naturschutzbehörde. Diese kann für größere Mengen auch Ausnahmegenehmigungen ausstellen. Die Untere Naturschutzbehörde erreichen Sie in der Regel über Ihre Landkreis-, Stadt- oder Gemeindeverwaltung.

Pilzsuche: Recht des Waldbesitzers achten

Wenn Sie Pilze sammeln möchten, sollten Sie dies nach Möglichkeit in einem Waldstück tun, das unter öffentlicher Verwaltung steht. Vorsicht ist hingegen bei Privatwäldern geboten. Manche Waldeigentümer haben zwar nichts dagegen, wenn Sie auf ihrem Grund Pilze suchen – trotzdem sollten Sie das vorher klären, um Streit zu vermeiden.

Da der Unterschied zwischen öffentlich und privat im Wald meist nicht gekennzeichnet ist, hilft Ihnen auch in diesem Fall die Untere Naturschutzbehörde weiter und kann Ihnen sagen, wo Sie Pilze suchen dürfen.

In jedem Fall sollten Sie sich im Wald rücksichtsvoll verhalten und die Pflanzen und Pilze pfleglich behandeln. Reißen Sie die Pilze nicht einfach heraus, sondern schneiden Sie sie ab. So bleiben die Wurzeln erhalten, die oft eine Symbiose mit Baumwurzeln eingehen und die Bäume mit Nährstoffen versorgen.

Fliegenpilz (Quelle: dpa)

Pantherpilz (Quelle: dpa)
Kahler Krempling (Quelle: dpa)
Der Kartoffelbovist ist giftig (Quelle: dapd)

Kegelhütiger Knollenblätterpilz (Quelle: dpa)

Giftige Pilze: Gallenröhrling nicht mit Steinpilz verwechseln! (Quelle: imago)

Fliegenpilz (Quelle: dpa)

Pantherpilz (Quelle: dpa)
Kahler Krempling (Quelle: dpa)
Der Kartoffelbovist ist giftig (Quelle: dapd)

Kegelhütiger Knollenblätterpilz (Quelle: dpa)

Giftige Pilze: Gallenröhrling nicht mit Steinpilz verwechseln! (Quelle: imago)
Foto-Serie mit 8 Bildern

Achtung, Artenschutz! Pilze sammeln verboten

Bedenken Sie auch, dass einige Pilze unter Artenschutz stehen. Dazu gehören beliebte Speisepilze wie Steinpilz, Pfifferling und Morchel. Streng genommen dürften Sie diese nicht sammeln – die Bundesartenschutzverordnung gewährt jedoch bei einigen geschützten Arten eine Ausnahme, die es Pilzsammlern erlaubt, sie in kleinen Mengen für den eigenen Bedarf aus dem Wald mitzunehmen. Dazu gehören laut Bayerischem Rundfunk Steinpilz, Schweinsohr und Brätling sowie alle heimischen Arten von Pfifferling, Morchel, Birkenpilz und Rotkappe. Bei allen anderen geschützten Arten wie zum Beispiel Trüffeln gilt: Hände weg!

Wichtig: Sammeln Sie nur, was Sie sicher kennen

Die Deutsche Gesellschaft für Mykologie (DGfM) warnt auf ihrer Homepage nachdrücklich nur Pilze zu essen, die Sie sicher kennen und bei denen Sie sich nach wiederholter Bestimmung der Kenntnis sicher sind.

Wer nicht auf frische Pilze aus dem Wald verzichten will, sollte unbedingt folgenden Hinweis der Deutschen Gesellschaft für Mykologie (DGfM) beachten: “Lassen Sie sich Ihre Pilze nur von geprüften Pilzsachverständigen der DGfM auf Essbarkeit hin überprüfen und fragen Sie ihn nach seinem Ausweis der DGfM”. Dazu bietet die DGfM eine Liste mit Pilzsachverständigen, welche Sie nach der Postleitzahl filtern können.

Grundsätzlich gilt: Lassen Sie im Zweifelsfall einen Pilz lieber stehen und gehen Sie kein Risiko ein.

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