Zungenbelag: Was verrät er?

“Sag’ mal “Aaaaa” – Wer kennt nicht den schalen Geschmack am Morgen, die weißlich belegte Zunge? Meistens ist das kein Grund zur Besorgnis. Wenn der Belag auf der Zunge jedoch sehr stark wird, könnte es sich um Pilzbefall handeln. Ob bei Klein oder Groß: Die Zunge gilt als “Schaufenster” des Verdauungstraktes. Arzte und Therapeuten können anhand der Beschaffenheit und bestimmter Beläge auf der Zunge Krankheiten erkennen.

Die gesunde Zunge

Die gesunde Zunge ist blassrot, ein wenig feucht und beweglich. Sie hat einen dünnen weißlichen Belag, ein Zeichen dafür, dass der Magen die Nahrung ordnungsgemäß verdaut hat. Wer seine Zunge genau beobachtet, kann erste Anzeichen für eine Erkrankung erkennen. Doch Vorsicht! “Überschätzen Sie Ihre eigene Diagnose nicht”, warnt DAK-Arztin Dr. Waltraud Pfarrer. “Denken Sie also daran, dass Ihre eigene Betrachtung niemals den Gang zum Arzt ersetzt!”

Was bedeutet welcher Zungenbelag?

  • Die Zungen-Papillen sind vergrößert und rötlich verfärbt (Himbeer- oder Erdbeer-Zunge): Dies deutet auf Infektionskrankheiten wie Scharlach hin.
  • Ein fast schwarzer Zungenbelag kann als Nebenwirkung einer Antibiotikabehandlung auftreten.
  • Brennende, hellrote und entzündete Zunge: Es kann ein Vitaminmangel vorliegen. Es ist auch ein möglicher Hinweis auf Blutarmut oder die Zuckerkrankheit.
  • Eine abnorm große Zunge kann im Gefolge von Erkrankungen der Schilddrüse oder bei einem Hirntumor auftreten.
  • Eine stark geschwollene Zunge weist auf eine sehr schnell eingetretene und lebensbedrohliche Allergie hin.
  • Eine abnorme Trockenheit der Zunge spricht für eine Speicheldrüsenerkrankung.
  • Eine rote Zunge, gepaart mit weiteren Symptomen wie Kopfschmerzen, Druck an den Rippenbögen oder krampfartigen Bauchschmerzen kann ein Hinweis für Erkrankungen des Magen-Darmtraktes, Lebererkrankungen oder Herzerkrankungen sein.
  • Dünne, glatte und schmale Zunge: Dies kann auf Blutarmut, auf eine Darmerkrankung oder eine antibiotische Behandlung hinweisen.
  • Zunge mit Zahnabdrücken oder ungleichmäßigem Belag (“Landkarten-Zunge”): Es kann auf nächtliches Zähneknirschen oder -beißen hinweisen, meist ist es jedoch ohne Bedeutung.

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